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Y e l l o w G l o w by Beata Obst Oil on Canvas
Vom Zeigen und Verbergen des Menschen handeln die Bildthemata der Kölner Künstlerin Beata Obst.
Da stellt sich die Frage, wie es ihr gelingt, mit dem Ein- und Überfluss einer durchaus hedonistisch geprägten
Schönheits-Darstellungs-Industrie umzugehen. Um in der ihr eigenen Manier, dies unspektakulär, dezent und eindrucksvoll zu
realisieren.
Fakt in „Modernen Zeiten”, ist, dass Fotografie, Film und Fernsehen das öffentliche und intime Gedächtnis zu großen
Teilen bestimmen. Es hat den Anschein als wären sie nun Bewahrer und Chronisten für zeitgenössische &ndquo;Historienmalerei”.
Diese Erkenntnis gilt es in Beata Obsts Arbeiten zu entdecken und zu beachten, weil sie die Aspekte des persönlichen Blickwinkels
progressiv nutzt. Die Künstlerin forciert mit ihren aktuellen Arbeiten „Yellow Glow” diese Blickrichtung mit dem
raffinierten Gebrauch neongreller expressiver Farben.
Beata Obst malt gegenständlich. Ob sie eine attraktive Frau oder einen Mann malt oder sich selbst, alle ihre Arbeiten erzählen
nur soviel, wie man in sich finden kann. Sie sind so hoffnungsvoll und hoffnungslos, so gesellschaftskritisch, so gewaltvoll und
narzißtisch, wie man es selbst spüren kann. Beata Obst arbeitet mit Öl auf Leinwand. Dies impliziert ein Dehnen der Zeit,
kontemplatives Vorgehen. Der Faktor Zeit, und damit Vergänglichkeit ist für die Malerin ein allumfassendes wesentliches Motiv.
Nichts kann intensiver und leidenschaftlicher erlebt werden als der Wunsch nach Bewahren eines glückhaften Momentes.
Die ansatzweise leichte Vernebelung der Konturen (Linien) sind Analogien für Erinnerung und Gedächtnisarbeit.
Nachzuvollziehen in der Abbildung des jungen Mannes, der in der Multiplikation immer mehr verschwindet.
Die Bildraumchoreographie ist bereits Teil der Erzählung, oft scheinen die Motive ohne Hintergrund, ohne Basis. Und doch gibt es
keinen besseren sicheren Ort für sie. Nichts ist zu groß oder klein, keine Farbe zu laut oder zu leise, kein Strich zu vage oder zu
dick; es gibt nichts, woran man messend relativieren kann, außer an sich selbst.
Der Betrachter erlebt den optischen Nachhall vergangener Begebenheiten. Malerische Parameter sind die anatomisch einwandfreien
Körper. Die Irritation über die Wahrnehmung durchsichtiger Strumpfhosen auf uncharmante Wäsche, wirkt erst auf den zweiten Blick.
Die technisch fotorealistisch vorbereiteten Bilder sind Stimmungsprotokolle eines Augenblicks. Momente! Die Frage, wer denn
Hauptakteur in den Werken ist, die eher jungen anonymisierten Menschen und deren Ewigkeitsanspruch oder der jede Perspektive
torpedierende weiße Bildraum, ist letztlich zweitrangig.
Marise Schreiber, Kunstkritikerin
Die Öl-auf-Leinwand-Bilder der in Köln lebenden Malerin Beata Obst fallen dem Betrachter zunächst
wegen der völligen Unvermitteltheit und
Distanzlosigkeit ins Auge.
Beata Obst
Geboren in Nysa, Polen, lebt und arbeitet in Köln, Staatliches Kunst Gymnasium in Opole, Polen
Studium Kunsthochschule / Architekturpflege Nysa, Polen
Seit 1989 Aufenthalt in Deutschland, freie künstlerische Tätigkeit
In teilweise scharfen Pinselstrichen zeigt die Künstlerin in gleichsam realistischer Überbetonung
die weibliche Figur in einem Magnetfeld zwischen sinnlich erotischer Lebenlust und kindlicher
Schutzbedürftigkeit, zwischen Identität und Namenlosigkeit, Körperhaftigkeit und Unschuld.
Eine Frau krümmt sich zusammen, um ihr Selbst im Inneren wiederzufinden, neu zu erfinden.
Gleichzeitig greifen Hände und Körper nach etwas Äußerem, nach dem anderen und suchen dort Halt
und finden dennoch nur sich selbst.
Text Stephan Classen
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